unsere Position


Link: unsere Position bei WINLINK

Courtesy of www.winlink.org. Copyright Amateur Radio Safety Foundation, Inc., a non-profit, public benefit corporation.

Mittwoch, 19. Juni 2019

Website geändert

Unser letzter großer Segelschlag steht bevor. Wir haben für Euch unsere Positionsangabe mehr in den Sichtbereich verlegt. Erst ab dem 24.6. werden wir uns auf den 1111 Seemeilen langen Weg machen können. Oder auch nicht, je nachdem ob der Wind uns angenehm erscheint. Nur mit einem Tief können wir nach Nordosten gelangen. Diese kommen aber, wenn nicht gerade wieder ein Supersommer mit extrem nördlichen Azorenhoch entsteht, in regelmässigen Abständen. NOAA, der amerikanische Wetterdienst, prophezeiht ja einen mittelmäßigen Sommer für uns, das heißt, es wird genügend Tiefs geben :-)).
Es gibt nach einem Tief immer wieder ausgedehnte Flautenlöcher, daher sind unsere Dieselvoräte noch entsprechend hoch. Der Countdown läuft also sozusagen, aber heute geht es erst einmal mit dem Auto über die Insel.

Azorenhoch und darüber ein Tief, für die "Landratten", blau = Flaute, grün = guter Segelwind, gelb/rot = es stürmt

Unser Kurs und in gelb/rot die Highlights in England

Donnerstag, 23. Mai 2019

12. Tag, Donnerstag, 23. Mai, neue Ortszeit 01:00 h (=UTC), Ankunft Horta nach 1840 Seem

Wir sind glücklich am Anker in Horta!
Haben schon etwas die Stadt belaufen, in Peter's Cafe ein Bier getrunken und uns frische Brötchen besorgt. Zurück in der "alten Welt". Nun lassen wir es erst einmal langsam angehen, Schlaf nachholen und die Azoren genießen.
Mission completed ...
Bald mehr (Bilder) auf diesem Blog
VLG Jo, Angelika und Georg

Mittwoch, 22. Mai 2019

11. Tag, Mittwoch, 22. Mai, Ortszeit 12:00 h (UTC-3), noch 77sm bis Horta, Etmal 1

Horta liegt nun in greifbarer Nähe. Der Wind schiebt uns backstags direkt zu unserem Ziel. Wir machen gute Fahrt im ersten Reff und mit Genua mit bis zu 11 Knoten, der Wind bläst bis 22 Knoten. Die Wellen sind lang und es gibt wunderbare Surfs, die völlig ungefährlich sind. Kein Vergleich zu den steilen hohen Wellen von gestern, bei denen wir einbremsen mussten.
In 10 Stunden werden wir wohl einlaufen, leider bei Dunkelheit, nur der Mond und die Hafenbeleuchtung werden uns die letzten Meter weisen. Wir konnten die ganze Strecke segeln, mussten nie motoren, und machen derzeit wieder Wasser mit der Kraft unserer Solarpanele. Der Verbrauch an Bord ist erheblich gesunken, sodass wir nur zweimal den Motor für eine Stunde zur Stromerzeugung starteten. Es ist eben auch erheblich kälter als in der Karibik und der Kühlschrank benötigt weniger Energie. Wir dafür mehr Kleidung, die nun langsam wieder aus den Kisten hervorgekramt werden muss. Beständig geht es zurück in unser altes Leben.

Die Crew ist wieder wohlauf und freut sich auf den legendären Hafen Horta. Mehr dazu, wenn wir in Peter's Cafe mit Internet sitzen und unser erstes europäisches Bier trinken.

VLG Jo, Angelika und Georg

Dienstag, 21. Mai 2019

10. Tag, Dienstag, 21. Mai, Ortszeit 12:00 h (UTC-3), noch 215sm bis Horta, Etmal

Oh, nun wurde es über Nacht noch einmal sehr wellig - was untertrieben ist. Die Wellen 4 Meter plus, von dem Tief nördlich von uns. Es ist zwar 500 Seemeilen entfernt, aber seine riesigen Wellen laufen bis zu uns.
Nun segeln wir nur mit 25% Fock vor dem Wind, wir laufen ab und wollen auf keinen Fall zu schnell werden und diese riesigen Wellenberge absurfen. Das klappt ganz gut und wie immer ist Abschwächung angesagt.
Der Drops ist also erst einmal hängengeblieben und macht uns ehrfürchtig vor der Natur. Wir schaukeln jetzt mit ca. 5 Knoten gen Horta, was das Etmal schmelzen lässt und unsere Ankunft in die Nacht auf Donnerstag verlegt.

VLG Jo, Angelika und Georg

9. Tag, Montag, 20. Mai, Ortszeit 12:00 h (UTC-3), noch 351sm bis Horta, Etmal 172

Ja, wieder ein tolles Etmal in Richtung unseres Zieles, 172 sm!
Gerade gab es einen heftigen Kaltfrontdurchzug. Daher kommt unsere Meldung etwas später als sonst. Der Wind drehte auf Nordwest, frischte stark auf und es gab ordentlich Regen. Wir wurden etwas überrascht, obwohl die Front angekündigt war. Doch bis zuletzt hofften wir auf einen moderaten Durchzug, der aber nicht eintrat. Nun schaukeln wir wieder gen Horta. Der Wind wird weiter abnehmen, mal sehen, ob wir es bis Mittwoch Abend schaffen.
Sonst ist alles den Umständen der Schaukelei entsprechend, die nun weniger werden sollte.

Wegen schlechter SSB-Bedingungen ging die Meldung doch nicht wie gewünscht 'raus, daher ein spätes Update. Es kam noch die richtige Kaltfront (bis 35 Knoten Wind, Dreher 45 Grad, Regen ohne Ende), die erste war dagegen "Pillepalle" . Somit waren wir beschäftigt bis 19:00 h.
Jetzt ist der Wind abgeflaut und kommt aus West, also ungünstig für Speed, da direkt von hinten. Neuer Ankunftstermin auf Donnerstag verschoben, morgen sehen wir besser.

VLG JO, Angelika und Georg

Sonntag, 19. Mai 2019

8. Tag, Sonntag, 19. Mai, Ortszeit 12:00 h (UTC-3), noch 531sm bis Horta

Seit 8 Tagen laufen wir auf Backbordbug, haben seit 6 Tagen das 2. Reff im Groß und regulieren nur mit der Rollgenua. Am Anfang setzten wir noch die Parafock, aber so wie jetzt kann Segeln wirklich langweilig sein. Der Wind hatte tatsächlich etwas abgenommen, nur um heute Vormittag wieder auf 22 Knoten aufzufrischen (Vorhersage sagte 16 Knoten). Die Welle verhält sich so, wie wir es kennen, ohne wilde Wassertürme aus allen Seiten. Eine Wellenrichtung und gelegentlich ein ansehnlicher Wasserberg der die MAGIC CLOUD ins Surfen bringt. So fahren wir erstmals ein Etmal von 183 Seemeilen (339 km) ein.

Horta rück näher, wir glauben, es schon riechen zu können. Wasserbewohner versammeln sich zunehmend bei uns an Deck. Portugiesische Galeeren, kleine Tintenfische, dafür keine fliegenden Fische mehr, denen scheint es hier zu kalt zu sein.

Da der Wind uns die nächsten Tage von hinten nach Horta schieben wird, rechnen wir nun mit einer Ankunft am Mittwoch. Wettertechnisch ist der Drops gelutscht, womit wir wieder einmal super viel Glück mit dem Wetter gehabt haben.

VLG Jo, Angelika und Georg


Leider überleben es die Meeresbewohner nicht, wenn sie an Bord gespült werden

Ein kleiner Tintenfisch

Samstag, 18. Mai 2019

7. Tag, Samstag, 18. Mai, Ortszeit 12:00 h (UTC-3), noch 715sm bis Horta

Jetzt sind wir eine Woche unterwegs. Das Bergfest ist Historie, wir zählen die Tage herunter. Ankunft vermutlich am Donnerstag. Ob wir Flores anlaufen, ist fraglich, doch es wird zunehmend unwahrscheinlicher.
Auch diese Nacht war wieder sehr schaukelig und windig, sodass wir nur mit Groß im 2. Reff fuhren, immer noch ordentliche 7 Knoten und mehr. So kann sich auch unser Etmal wieder sehen lassen, 179 sm!
Die Schläge der Wellen am Rumpf zerren an den Nerven, da wünschen wir uns dann die Geräuschkulisse eines Einrümpfers.

Unsere Lieblings-Pactorstation in Canada, über die unsere SSB-Funkmeldungen laufen, machte gestern Pause, es gab keine Verbindungen. Aber eine Verbindung ins 2500 Seemeilen entfernte Bern (HB9AK) war möglich. Was für eine Technik, mit 100 Watt und unserer kleinen Antenne eine so weite Verbindung aufrecht zu erhalten! Heute flutscht es wieder mit VE1YZ in Nova Scotia (970sm).

Von Johannes (Erdmann) und der MAVERICK XL haben wir keine Nachricht mehr. Ob er uns überholt hat? Die See ist so weit und außerhalb von 15 sm sehen wir keine Yacht auf dem AIS. In Horta werden wir uns aber auf jeden Fall wiedersehen.

Bis heute Abend sollte der Wind (SW, 22-28 Kts) etwas abnehmen, mehr auf West drehen und uns angenehmere Fahrt bringen. Am Montag kommt er dann schon aus Nordwest und nimmt wieder zu, mal sehen, was das für ein Wellenbild mit sich bringt.

So melden wir uns aus überwiegend liegender Haltung von Bord der MAGIC CLOUD.

VLG Jo, Angelika und Georg

Freitag, 17. Mai 2019

6. Tag, Freitag, 17. Mai, Ortszeit 12:0 h, (UTC-3), noch 894sm bis Horta, BERGFEST

Ja, wir haben Bergfest. Die letzte Nacht war wieder sehr schaukelig, keine Freude. Nun haben wir auch Sendeprobleme per SSB. Wir sind also beschäftigt, aber alles ist gut. Morgen wird es ruhiger, dann melden wir uns ausführlicher. Etmal ca. 173 sm
VLG Jo und Crew

Donnerstag, 16. Mai 2019

5. Tag, Donnerstag, 16. Mai, Bootszeit 12:00 h (UTC-3), noch 1051 sm bis Horta

Seit unserem letzten Etmal wurde die Fahrt eine recht schaukelige Angelegenheit. Der Wind aus Südwest bis 30 Knoten (55,5 km/h) und dann Strom gegen Welle, zur Nacht reduzierten wir die Segelfläche und es war einigermaßen auszuhalten. Dennoch immer wieder heftige Schiffsbewegungen, wir müssen höllisch aufpassen, dass nix kaputt geht, und jede Alltagstätigkeit ist eine Herausforderung. Im Moment ist es etwas ruhiger, wir setzten die Fock.
Das letzte Etmal war 163 sm, nicht schlecht.

Unsere Solarpaneele liefern auch bei dem bedeckten Himmel, den wir seit vorgestern haben, genug Strom. Wir haben nur einmal für eine Stunde die Maschine laufen lassen, da wir den Wassermacher alle 3 Tage in Betrieb nehmen müssen. Danach gab es als Belohnung warmes Wasser aus dem Boiler und wir haben in einem der Bordbäder geduscht. Das war wunderbar erfrischend.
Wir werden auch immer wieder von Salzwasserduschen getroffen, das Cockpit steht dann unter Wasser, doch wir sitzen warm und sicher im Salon und betrachten das Spektakel durch unsere Rundumverglasung. Lange Hosen, Socken und Schuhe sind auch angesagt, im Salon sind es heute 22 Grad bei zur Zeit offener Tür.

Unsere Freunde von INTERMAR versorgen uns täglich mit Wettertipps, eine tolle Sache über das Amateurfunknetzwerk. Es ziehen nun doch einige Tiefs im Norden von uns hinweg, die uns durchaus gefährlich werden könnten. Gut, wenn uns da erfahrene Segler mit dem Wissen um kleine Schiffe auf hoher See ihr Expertenwissen übermitteln.

Ob wir noch Flores oder gleich Horta anlaufen entscheidet sich noch. Zunächst machen wir noch Strecke auf Horta zu, mit möglicher Ankunft am Donnerstag oder Freitag nächster Woche.

VLG Jo, Angelika und Georg
 

Mittwoch, 15. Mai 2019

4. Tag, Mittwoch, 15. Mai, Ortszeit 12:00 h (UTC-3), noch 1222 sm bis Horta

Seit gestern Abend werden wir ordentlich durchgeschüttelt. Der Wind bläst mit bis zu 30 Knoten aus Südwest, wir fahren im 2. Reff. und mit sehr wenig Fock. Die Wellen kommen schräg von hinten, unsere Geschwindigkeit 7-9 Knoten (Etmal 180 sm). Alles gut, heute Abend wird der Wind weniger. Somit fällt diese Meldung kurz aus, es hält uns kaum vor dem Computer.

VLG, Jo, Angelika und Georg


In diesem Bild ist der Wasserstand "normal"
Die Wellen sind hoch

Dienstag, 14. Mai 2019

3. Tag, Dienstag, 14. Mai, Ortszeit 12:00 h (UTC-3), noch 1398 sm bis Horta

Oh, gestern haben wir leider etwas verwechselt. Die "Spanischen Galeeren" sind natürlich „Portugiesische Galeeren"! Schaut Euch mal im Netz an, wie es um diese Tiere/Quallen bestellt ist.
Das Meer ist immer noch tiefblau und unendlich weit. Kein Schiff ist mehr zu sehen, wir sind hier wirklich an einer ziemlich einsamen Ecke angelangt. Die Tage ziehen sich dahin, die Seemeilen laufen langsam wie eine Uhr und wir fragen uns nun selbst: wann sind wir daaa???

Unsere SSB-Ham-Station liegt in nördlicher Richtung und 696 Seemeilen Entfernung in Nova Scotia. Die Verbindung klappt oft sehr schnell und überträgt bis zu 3200 Baud (= gute Übertragungsrate), was für diese Technik rasend schnell ist. Wir bekommen darüber auch Tipps von Freunden zum kommenden Wetter (es ist Starkwind angekündigt) und haben Kontakt mit Johannes auf der MAVERICK XL, die wohl noch immer hinter uns fahren.

Angelika geht eine Wache 21:00 – 24:00, dann folgt meist Jo bis 03:00 oder 04:00 und kommt Georg an die Reihe. Da kein Schiffsverkehr ist, schlafen wir auch mal kurz während der Wache. Tagsüber sind dann Georg oder Jo aufmerksam, navigieren und zupfen an den Segeln. Angelika überlegt sich neue Gerichte und kocht etc., und schwupps ist der Tag auch vorbei.

Dennoch, 1800 Seemeilen sind eine lange Distanz und werden mühsam erkämpft. Da nix weiter passiert, können wir auch nix weiter berichten, womit unsere Meldungen in Zukunft kürzer ausfallen werden. Heute haben wir ein gutes 24-Stunden-Etmal von 162 Seemeilen erreicht, das ist eine gute Nachricht. Im ersten Reff laufen wir jetzt über 7 Knoten, was ein weiteres gutes Etmal verspricht, morgen mehr dazu.

VLG, Jo, Angelika und Georg

Montag, 13. Mai 2019

2. Tag, Montag, 13. Mai, Ortszeit 12:00 h, (UTC-3) noch 1550 sm bis Horta, Etmal 1

Das Azorenhoch baut sich wieder auf, was zum einen gut für das Wetter in Deutschland ist und zum anderen uns eine stabile Wetterlage beschert. Leider hat es den Nachteil, dass im Zentrum kein Wind herrscht. Noch gibt es eine kräftige Brise, die uns in Richtung der Azoren bläst, doch vor den Azoren kann uns eine ausgedehnte Flaute erwarten. Ein paar Tage sind es ja aber noch bis zum Ziel. Im Grunde könnte die Wetterlage nicht besser für uns sein. Wir gleiten sanft vor dem Wind dahin und werden von Gegenwinden und üblen Wellenungetümen bewahrt.

LADY M hat sich am Ende unseres Treffens mit einem langen Schlag nach Norden verabschiedet. Nun sind keine AIS-Signale oder Schiffe mehr zu sehen. Das Wasser des Nordatlantiks hat uns eingekreist. Unsere Angelversuche enden umgehend im Schleppen von Knäueln des Sargassokrauts, Fisch wird auf dieser Reise wohl nicht mehr auf den Tisch kommen.

Alle 80 Meter treibt eine Spanische Galeere an uns vorbei. Diese Quallen mit einem kleinen Segel sind eine unglaubliche Schöpfung der Natur. Der aufgeblasene Körper oberhalb des Wasser trotzt Salz, Wind und Sonne. Im Wasser befindet sich der Körper, der die langen, giftigen Fäden hinter sich herzieht. Sie segeln gegen den Wind und überstehen auch brechende Wellen. Doch wir finden nie mehr als eine im Umkreis von 80 Metern, wie machen die das nur? Warum bleiben sie nicht mit ihren Fäden im Sargassotang hängen? Und wie vermehren sie sich in der Weite des Nordatlantiks? Ein Berührung kann schmerzhaft und sehr unangenehm werden, wir vermeiden es, unseren Angelköder und die Leine zu berühren, bisher mit Erfolg.

Kühlschrank und Selbststeueranlage gehören für uns zu den wichtigsten Geräten an Bord. Und ausgerechnet bei diesen beiden tritt ein Masseproblem auf, will heißen, die Geräte funktionieren nicht! Heute morgen war der Kühlschrank zum zweiten Mal abgetaut, ohne daß wir das vorher bemerkt hätten. Jo arbeitet sich in beiden Fällen durch die möglichen Fehlerquellen, am Ende verlegt er neue Masseleitungen, und – toitoitoi - beide Geräte funktionieren wieder. Warme Getränke und Handsteuerung wären keine guten Alternativen auf diesem unserem längsten Törn!

Das Wetter verheißt Rückwind bis in den Hafen von Horta oder Flores, wir werden sehen, ob diese Langfristprognose eintritt, das Hoch ist jedenfalls weiter stabil. Heute schaukelt es erheblich mehr, der Wind hat zugenommen auf 17 Knoten, die Fahrt wird schneller, ist aber kein wirkliches Problem auf einem 12-Meter-Katamaran.

VLG, Jo, Angelika und Georg

Sonntag, 12. Mai 2019

1. Tag, Sonntag, 12. Mai, Ortszeit 12:00, (UTC-3) noch 1671 sm bis Horta


Der Sonntag beginnt um 00:00 Uhr Orts-/Bord-Zeit damit, dass Angelika ihre Wache beenden möchte, um etwas Schlaf zu finden. So ist es bisher auch gewesen, dass Angelika als Nachteule anfängt mit den Wachen der Nacht und wir dann später übernehmen. Da sie uns ja auch noch täglich die Mahlzeiten bereitet, ist sie tagsüber in Punkto Wache eher freigestellt.

Georg hat das Boot gut getrimmt und wir haben den Abstand vor der MAVERICK XL von Johannes und Cati Erdmann auf 10 Seemeilen ausgebaut. Unser erstes 12-Stunden-Etmal beträt 60 Seemeilen (111 km) von 1792 (ca. 3320 km) nach Horta auf der Azoren-Insel Faial. Oder laufen wir doch erst nach Flores? Das wären 120 Meilen weniger, dann aber weitere 100 sm nach Horta - noch haben wir uns nicht entschieden.
Die Fahrt war nicht immer so schön schnell wie grad jetzt mit 6 Knoten. Als das Log einmal stand und keine Fahrt mehr anzeigte, notierte der Computer über GPS immer noch 1,8 Knoten Fahrt, das wäre ein Menge Strom in Richtung unseres Ziels. Ist uns aber sehr recht, wenn er schiebt statt uns zu stoppen.

Der Tanker „MAERKS TACOMA" aus Singapur liegt mit Maschinenschaden manövrierunfähig im Weg. Panne mitten im Nirgendwo, wir würden gerne wissen, was da los ist an Bord.

Im Morgengauen dann ein Schiff von Steuerbord. Die LADY M aus Frankreich. Wir liegen auf Kollisionskurs. Der Funk-Anruf auf Kanal 16 bleibt unbeantwortet. Am Ende flutschten wir eine halbe Seemeile vor dem Geisterfahrer durch. Der halst und schon sind wir wieder auf Kollisionskurs. Diesmal ist er vorne und mit 7,4 Knoten deutlich schneller. Eine Lagoon 620, wir können nur eine Person an Bord ausmachen. Nach 10 Seemeilen halst er wieder. Diesmal flutscht er kurz vor uns durch, das Kreuzen vor dem Wind bringt trotz seiner höheren Geschwindigkeit ganz offensichtlich nix.
Mit dem ersten Licht haben wir unsere Parafock gesetzt, eine Fock (Vorsegel), die freifliegend auf dem Steuerbord-Bug gefahren wird. Da wir keinen Parasailor haben, nutzen wir die Parafock, damit können wir etwas „tiefer" fahren als mit der normalen Fock, die bei Windeinfall von 170 Grad immer wieder einfallen würde, wenn nicht immer wieder gewendet würde. Deshalb kreuzt ja auch die Geisterlagoon LADY M vor dem Wind, da nützen auch ein hoher Mast und ein tolles FATHEAD-Großsegel nix, MAGIC CLOUD ist genauso schnell und segelt deutlich entspannter! ;)

Das Etmal um 12:00 h Bord-Zeit beträgt 128 sm.
VLG, Jo, Angelika und Georg

LADY M kreuzt unseren Kurs
Fock und Parafock

Samstag, 11. Mai 2019

Samstag, 11. Mai, 19:17 h

Wir sind von den Bermudas gestartet! Ein Hoch wird uns die nächsten Tage in Richtung Azoren blasen. Wunderbare Bedingungen.
Leider ist der Wind noch schwach um 10 Knoten.

In St. George hatten wir uns noch von der FRIDA und der MAVERCIK XL verabschiedet, nun steht ein Wiedersehen erst in 14 oder 20 Tagen an. Der Hafen füllte sich in den letzten Tagen mit Schiffen der am 14. Mai startenden ARC nach Europa. 25 Schiffe, zumeist ziemlich große Yachten, werden starten. Einige von ihnen waren auch mit der ARC World unterwegs, die alle zwei Jahre Yachten einmal um die Welt führt.

Ein letztes Mal Internet, da verabschiedete uns Bermuda Harbour Radio mit den Daten „3 Personen an Bord in 14 Tagen auf Horta". Eine hohe Dünung aus Nordost und ein anfangs schwacher Wind um die 10 Knoten aus Südsüdost schaukelten uns ein. Die Logge wollte auch wieder erst nicht drehen und ein kühles Bad wurde nötig, nun wird erstmal keine Pocke mehr das kleine Rädchen unter unserem Kiel stoppen.

Um 16:00 UTC/13:30 Uhr Bord-Zeit hatten wir über eine Entfernung von 2400 Seemeilen Kontakt mit dem Intermar-Netcontroller Federico auf La Palma. Unser kleine 100-Watt und die 600-Watt-Anlage von Federico machten es möglich, ein paar Worte auszutauschen. Dies werden wir nun täglich wiederholen. Wir kennen Federico und seine Frau Rolande aus dem Intermar-Funk unserer ersten Atlantik-Fahrten und von unserer Zeit auf La Palma und wissen, dass wir uns auf seine Wetterhinweise verlassen können.

Ein Highlight waren die zwei Wale, die uns am Nachmittag entgegen kamen und die MAGIC CLOUD ca. 30 Meter an Backbord passierten. Ganz langsam zogen die beiden an uns vorbei. Zu diesem Zeitpunkt lag die MAVERICK XL nur 3,5 Seemeilen hinter uns, und wir hoffen, dass auch sie die Tiere beobachten konnten.

Morgen um 12:00 h gibt es das erste Etmal und einen kleinen Bericht.
Alles gut an Bord, die Crew grüsst ganz lieb.
VLG Jo, Angelika und Georg


Am späten Nachmittag sichtet der Skipper zwei Wale voraus, die uns langsam entgegen kommen und ...
... recht nah an uns vorbei schwimmen (leider hatten wir kein besseres Foto)

Mittwoch, 8. Mai 2019

St. George, Bermudas, 8. Mai

Die Bermudas und besonders der unter Weltkulturerbe stehende Ort St. George gefallen uns auf Anhieb sehr gut. Wir fühlen uns umgehend wohl in diesem erstmals 1612 von Engländern besiedelten kleinen Städtchen. Leider ist alles ca. 20% teurer als auf den Bahamas. Georg bemerkt, 1,5 Liter Cola würden bei ihm schon für 0,85 € erhältlich sein, hier sind mehr als 6 Bermuda-$ (= 6 USD) dafür zu berappen. Eine Paprika ist für 4,50 $ zu erstehen und eine Dose Bier kostet um die 2,60 $.

Also auf zu den Azoren, wo wir zwei Mahlzeiten erhalten werden für den Preis eines Bieres auf den Bermudas, sofern der Reiseführer in diesem Fall nicht übertrieben hat.

Neben St. George werden wir noch die Hauptstadt Hamilton erkunden, dazu dann weitere Bilder und Infos, wenn wir auf den Azoren mehr Zeit haben.

Der Hafen hier füllt sich jeden Tag mit immer mehr Schiffen, es ist richtig proppevoll. In der kommenden Woche, am 14. Mai, startet hier die ARC (Atlantic Race for Cruisers) zu den Azoren. Wir fahren schon am Samstag zusammen mit einigen anderen Schiffen los, da sich ein wunderbares Wetterfenster öffnet, was heißt, guter stetiger Wind von hinten in Richtung unseres Zielhafens Horta auf der Azoreninsel Faial. Bis dorthin sind es ca. 1800 Seemeilen, die längste Etappe unserer Reise zurück an die Ostsee.

Von unterwegs werden wir wie immer kurze Stationsmeldungen über SSB und Pactor oder Inmarsat auf unseren Blog schicken.

VLG Jo und Angelika

https://lagoon410magiccloud.blogspot.com/ CD










Bermudas erreicht! Dienstag, 7. Mai, 13:00 h, Saint David's Point, Bermudas

Am Dienstag um 13:00 stehen wir vor Saint David's Point im Süden der Bermudas und erhalten die Erlaubnis zur Durchfahrt des „Town Cut", einer sehr engen Durchfahrt in den Hafen von St. George. Es herrscht gelegentlich Verkehr größerer Schiffe und Fähren, daher ist die Radarüberwachung durch Bermuda Harbour Radio auf Kanal 16 und 27 ständig mit allen Schiffen in Kontakt, die sich aus oder in den Hafen begeben wollen.

Nun liegen die ersten 778 Seemeilen erfolgreich hinter uns. Die Kaltfront aus Nord hat sich am Ende als doch nicht sooo böse herausgestellt wie erwartet. Es gab 3 Mal Wetterleuchten und vier heftige Regengüsse. Mit zweitem Reff im Groß und eingerollter Fock sausten wir durch die stockdunkle Nacht. Der Baum war zusätzlich mit dem kräftigen Bullenstander gesichert, damit wir keine gefährliche Patenthalse fahren. Trotzdem sind wir mit dem Heck zweimal durch den Wind gegangen, als auch die Regengüsse uns überfielen. Die MAGIC CLOUD trieb quer und musste mit den Motoren wieder auf Kurs gebracht werden.

Für die Statistik: Etmal/Durchschnittsgeschwindigkeit (sm/kn) in 24 Std: 166/6,9; 176/7,3; 116/4,8; 170/7,1
Nach 5 Tagen und 778 Seemeilen (ca. 1441 km) erreichten wir mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 6,5 Knoten (12 km/h) die Bermudas, die übrigens aus 150 Inseln bestehen.

Im Hafen von St. George herrscht ein ständiges Kommen und Gehen von Yachten aller Länder, die auf dem Weg in den Norden, den Süden oder zu den Azoren sind. Ein echtes Drehkreuz mitten im Atlantik. Die Temperaturen haben sich um ca. 5 Grad abgekühlt. Bei 22 Grad im Salon trägt der Skipper gerne Socken und eine lange Hose, die Akklimatisierungsphase ist in vollem Gange. Der Himmel präsentiert sich bedeckt mit gelegentlichen Sonnenflecken. Alles „very British", wir freuen uns auf den ersten Landgang.

Nun stehen ein paar Reparaturen und eine Inselbesichtigung an. Aufgrund des Wetters kann unsere Abreise zu den Azoren (Horta/Faial) bereits am Sonntag erfolgen, wir werden sehen. Wir suchen noch das freie Internet, mal sehen wann es läuft.

VLG Jo und Angelika

Dienstag, 7. Mai 2019

Montag, 6. Mai, 19:44 h, Tag 4, Etmal 170 Seemeilen


Unsere Kursänderung in den Norden brachte den erhofften Wind. Schon um 01:00 hgingen wir wieder auf direkten Kurs Bermudas mit über 7 Knoten. Jetzt sind es nur noch 117 Meilen bis zu der Inselguppe. Wenn wir die Kaltfront gut überstehen, es sind Thunderstorms und heftiger Regen angekündigt, sind wir um 17:00 h im Hafen.
Zur Dunkelheit werden wir reffen. Die Nächte sind ohne Mond und entsprechend dunkel. Die neue Selbststeueranlage macht sich gut, nur hätten wir jetzt leider keinen Ersatz als uns selbst. Alle sind gesund und durch Angelikas gute Küche in bester Stimmung.
Johannes Erdmann, der in Nassau gestartet ist, segelt ca. 80 Seemeilen hinter uns. Wir sind gespannt, wann er einlaufen wird, und wie die letzten Stunden nach der Front verlaufen.
VLG Jo und Angelika

Montag, 6. Mai 2019

Sonntag, 5. Mai, 19:44 h, Tag 3, Etmal 116 Seemeilen

Der Wind wurde schwach, kein Rekordetmal. Aber das Wetter war sonnig, die Welle kaum spürbar, die Crew ist gut drauf. Ein Segler, die KIAM, 18x4 Meter aus den USA, braucht den ganzen Tag, um an uns vorbei zu ziehen, So schlecht sind wir also nicht. Wir laufen jetzt Nord, dort sollte mehr Wind zu finden sein. Ankunft ist nun für Mittwoch Morgen geplant, wenn der Wind stärker wird, auch früher.
In der Montag Nacht wird uns eine Kaltfront mit Windreher von Südwest auf Nordwest erwischen, viel Regen wird vorhergesagt. Nun, wir werden berichten.
Wind SO um 12 kts, wir segeln direkt vor dem Wind mit 4,5-5 kts Speed, Kurs 20 Grad
Das SSB-Funken will nicht so recht gelingen, die Stationen sind meist belegt. Daher können Meldungen verzögert kommen, wenn wir dann unsere Inmarsat-Verbindung nutzen müssen.
VLG Jo und Angelika

Sonntag, 5. Mai 2019

Samstag, 4.Mai, 19:00 h, Tag 2, Etmal 176 Seemeilen

Wir feiern Bergfest mit einem Glas Gin Tonic, die halbe Strecke ist geschafft. Ein weiteres tolles Etmal obwohl am Ende des Tages der Wind nachließ. Wir setzten den Gennaker doch es hilft nix, wir erreichen keine 7 Knoten Geschwindigkeit mehr.
Heute Nacht ist unser Feund Bryan von uns gegangen, der Autopilot hat seine Arbeit eingestellt. Es kündigte sich schon an, ein Flackern der Anzeige, ein gelegentliches Piepen und unsere zwei Bedienpanels zeigten unschiedliche Kurse an. Es war ein Leiden nach 19 Jahren treuem Dienst. Nun ist Ersatz montiert und ein neuer Bryans Bruder übernimmt seine Aufgabe. Die Stunden des Handsteuerns bei Dunkelheit ließen uns spüren, wie es wäre, wenn kein Autopilot das Steuern übernimmt.
Die See hat sich erstaunlich beruhigt, teilweise kaum Welle, wie auf der Ostsee. Wir sind erfreut, dies muss von einer vorherigen Flaute stammen.
Doch dann kommt doch wieder Schwell aus allen Richtungen und die Strömung an den Segeln reißt ab. Das ist der Geschwindkeit abträglich. Schiffe sehen wir heute nur auf dem AIS, das Meer um uns herum ohne Anzeichen von Leben. Die Farbe wechselt nach Sonnenstand zwischen tiefblau und schwarz. Drei Menschen auf einer kleinen Insel, die MAGIC CLOUD heißt, schaukeln sich nach Nordosten.
Die Stimmung an Bord ist gut und es geht in die dritte Nacht.
VLG Jo und Angelika

Gute Fahrt, wenn auch nicht so gut wie gestern
Da droht mal wieder ein Unwetter, es verschont uns aber


Trotz der Unwetterwolken sehen wir die Sonne im Meer versinken

Samstag, 4. Mai 2019

Freitag, 3. Mai, erstes Etmal 167 Seemeilen bis 19:00

Am Ende läuft es dann doch recht gut und wir machen von 19:00 bis 19:00 Uhr 167 Seemeilen, also einen Schnitt von 6,95 Knoten (ca. 310 km und 12,9 km/h).
Nun haben wir flaches Wasser und es läuft weiter mit um die 7 Knoten. Kaum zu glauben nach den hohen Wellen gestern, dass hier nun kaum Welle steht.
Georg meint zwar, seine DIEVAGO wäre schneller, doch das zählt hier nicht. Gerade läuft der SSB-Funk gut und wir holen den nächsten Wetterbericht.
VLG Jo und Angelika

Freitag, 3. Mai 2019

Wir sind unterwegs, Tag 1

Die 4 Tage Rückenwind mussten wir nutzen. Also sind wir am Donnerstag, 02.05., um 14:25 Uhr Ortszeit gestartet.
Bisher liegen 130 Seemeilen hinter uns. Der Südost treibt uns mit bis zu 25 Knoten voran und wir machen derzeit gute Fahrt mit über 7 Knoten.
Der Start von den Abacos gestaltete sich schwachwindig, da sich eine riesige Front ganz langsam über uns schob. Wir motorten lange, um in den erhofften Wind zu gelangen. Doch ab 18:00 Uhr war es soweit: Motoren aus und Ziel Bermudas.
An Bord trotz Schuckelei alles gut. Unser Segel-Etmal (19:00-19:00) wird etwa bei 150 Seemeilen liegen.

Mittwoch, 1. Mai 2019

Wo entlang und wie genau geht es zu den Bermudas?

Noch haben wir Internet, auch wenn es im entscheidenden Moment schon mal plötzlich ausfällt und wir keinen Wetterbericht mehr empfangen. Doch meist ist der Empfang stabil und wir haben wieder die Möglichkeit, gefühlt zigmal am Tag nach der Entwicklung der Winde zu schauen.
Das Wetter hier ist im Frühjahr von schwächer werdenden Kaltfronten aus dem Norden der USA geprägt. Diese sorgen regelmäßig dafür, dass der beständige Ostpassat gestört ist und es einen Winddreher über Südost, Süd, Südwest bis zurück auf Nordost gibt. Der Wind aus Nordwest ist dann der Stärkste.
Die Taktik für den Start in die Bermudas ist, einen solchen Winddreher zu erwischen und mit Südost zu starten. Bisher waren die Umläufe aber viel zu kurz und der Nordost bedeutet dann Wind genau von vorn. Die 730 Seemeilen direkter Kurs sind damit nicht zu bewerkstelligen, es bedeutet am Ende der Tour ein mühsames Kreuzen, bis der nächste Südost einsetzt. Doch je später im Mai, desto länger die Perioden südlicher Winde.
Wie andere wollen auch wir das derzeitige Hoch nutzen, das mehr als 3 Tage südliche Wind verspricht; warten wir einmal ab, ob es hält, was es verspricht. Der Gegenwind kommt in jedem Fall, die Frage ist nur, wann. Was die Kaltfronten so ägerlich macht, sind die damit einherziehenden Gewitter und heftigen Regenfälle. Auch wenn die Blitze überwiegend zwischen den Wolken stattfinden, ist das kein wirkliches Segelwetter. Unser Hoch scheint uns aber gut gesonnen. Wir verwenden windy.com mit den Modellen ECMWF und GFS, passageweather.com, windguru.cz, und NOAA: https://www.wpc.ncep.noaa.gov/national_forecast/natfcst.php

Gerade haben wir unsere Abfahrt für den Donnerstag geplant, da meldet NOAA heute eine Störung, die sich durchaus zu einem Sturm entwickeln kann. Die Chancen sind gering, doch wir müssen dies aufmerksam beobachten
Die 730 Seemeilen direkter Kurs, es werden wohl etwas mehr werden
Das Hoch kreist um die Bermudas (Hamilton), Aussicht für Freitag

Dienstag, 30. April 2019

Die Spannung steigt

Wir sind startklar für die Bermudas. Auf unserem Weg, ab Donnerstag, werden wir über SSB kurze Meldungen zu unserer Fahrt zu den Bermudas geben. Wir haben gute Bedingungen und sind guten Mutes. Von Marsh Harbour aus starten mit uns nur zwei weitere kleine Schiffe. Johannes Erdmann wird mit der MAVERICK XL von Nassau aus losfahren, wenn das kein gutes Zeichen ist! Eben noch hat uns die BALOU verabschiedet und meinte, der Weg zu den Bermudas sei bekannterweise der schwerste auf dem Weg zurück nach Europa. Nun, MAGIC CLOUD hat sich wieder das passende Wetter bestellt, wir sind entspannt.


Dienstag, 16. April 2019

Spanish Wells, Eleuthera

Spanish Wells ist eine malerische kleine Stadt auf St. George's Cay, die hauptsächlich vom Lobsterfang lebt. Und vom Tourismus. Der Name bedeutet "Spanische Quelle, spanischer Brunnen" und stammt vermutlich aus der Zeit, als die spanischen Eroberungs- und Handelsschiffe hier anlegten, um ihre Wasservorräte aufzufüllen.

Die Einfahrt im engen Kanal zwischen St. George's Cay und Russell Island
Netter Name für ein Fischerboot ...
Wenn der Lebensunterhalt von Schiffen abhängt, muss es natürlich entsprechende Werften und Werkstätten geben
Schmale Straßen, hübsche Holzhäuser, viele mit Kanal- oder Meeresblick

Auf der Insel fahren hauptsächlich Golf Carts - und selbstverständlich sind auch welche zu leihen. Was der Mahi-Mahi oder Dolphin Fish allerdings mit einem Golf-Cart-Verleih zu tun hat, hat sich uns nicht erschlossen ...
Der Stadtstrand liegt sozusagen "gleich um die Ecke"
Und genau hier, am Eingang zum Strand, hängt dieses Schild. Wir vermuten, dass auch die Einwohnerinnen und Einwohner von Spanish Wells puritanische Vorfahren hatten oder vielleicht selbst noch solche sind?
An der Ostspitze von Spanish Wells
Es scheint noch nicht Touristensaison zu sein, es war schwierig, ein geöffnetes Lokal zu finden. Wir landen schließlich im "Budda's (!) Snack Shack", dessen Küche sich in einem ausrangierten Autobus befindet - und sind positiv überrascht. Die Snack Shack entpuppt sich als richtiges Restaurant, hat eine originelle Einrichtung mit viel Klimbim ...
... und witzigen Sprüchen und die Burger sind gut und nicht zu teuer
Die Männer lassen sich das bahamesische "Sand's" schmecken, während wir Damen beim Rumpunsch bleiben: Auf einen gelungenen Tag

Freitag, 12. April 2019

Nassau erreicht

Am 10. April haben wir nach 2 Segeltagen und 280 Seemeilen (von der Darsena Marina in Varadero aus) Nassau erreicht. Der Winddreher von Südost über Süd, Südwest und West kam genau zur rechten Zeit. Leider brachte der West dann auch Starkregen und Wetterleuchten, doch die Windstärken waren moderat.

Cuba wollte uns gar nicht loslassen. In Varadero gab es wunderbare Wolkenformationen, die wir Euch nicht vorenthalten wollen. Cuba ist es wert, besucht zu werden. Die Menschen geben sich alle Mühe, ihr Schicksal zu überwinden. Mehr dazu, wenn wir die Bilder einstellen.

Nun arbeiten wir uns langsam vor in Richtung Abacos und Marsh Harbour, unserem Abspung zu den Bermudas. Noch ist unklar, wann wir unser "Fotoarchiv" wieder füllen, die Vorbereitungen für den großen Rücktörn und liebe Verwandte, die uns besuchen kommen, füllen unsere Zeit. Bleibt gespannt ...

VLG Jo und Angelika





Montag, 8. April 2019

Santa Marta

Das Gute an der Marina Darsena ist die Nähe zu dem Ort Santa Marta. Die Marina Varadero liegt ganz am Ende der Halbinsel, weit entfernt von diesem urigen kleinen Ort. Der "Government Market" am Sonntag verspricht festgelegte Preise und frische Waren. Wir werden unsere letzten Pesos und CUC auf den Kopf hauen. Es ist alles mehr als einfach, doch die Waren sind frisch und halten sich lange, da weder hochgezüchtet noch gekühlt. Selbst an den Fleischständen, die ebenfalls ohne Kühlung auskommen müssen, ist neben den Millionen Fliegen nichts Unangenehmes zu bemerken, und Fliegen sind ja in gewisser Hinsicht auch Fleisch.
Wir kommen gut ausgestattet mit reichlich Obst und Gemüse für günstige Preise zur Marina Darsena zurück.



Wir bekommen zwei Ananas für einen CUC (= 1 USD). Die Ananas schmecken phantastisch!
Zwiebeln sind derzeit teuer, ca. 5 CUC pro Strang

Dienstag, 2. April 2019

Darsena Marina Varadero

Von der Marina Hemingway verlegen wir in einer Nachttour in die Marina Darsena an der Halbinsel Varadero. Wir lernen erneut das Kreuzen gegen Wind und Strom kennen, es dauert. Die Marina ist nahezu verlassen, neben uns gibt es noch zwei weitere bewohnte Schiffe: Menschen, die seit Jahren hier in einer Welt leben, in der die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Es bewegt sich kaum etwas. Nur die Pelikane stürzen sich auf Fischfang ins Wasser, danach passiert den ganzen Tag nix mehr.

Eine der Damen vom Custom's Office umwickelt unser mobiles GPS Gerät mit Plastikklebeband. Auch die Notraketen werden umwickelt. Die Damen sind wie immer mit kurzem engen Rock unterwegs, was bei hochbordigen Schiffe das An-Bord-Kommen unmöglich macht. Wie soll "Mann" sein Grinsen da unterdrücken? Und über die Heckstufen klappt der Einstieg dann doch noch.

Am Tag der Abfahrt wartet die Custom's-Dame, bis wir ablegen - nicht, dass noch ein flüchtiger Kubaner bei uns an Bord springt. Ja, die Verhaltensweise an der Nordküste unterscheidet sich stark vom Laissez-Faire der Südküste.

Die Steganlagen verfallen langsam, dabei ist Florida "nur" 90 Seemeilen entfernt, doch dort sitzt immer noch eine Generation, die sich enterbt fühlt und auf Rache sinnt. Die hat unter Herrn Trump derzeit leider "Oberwasser"
 Die "Stukkas", ... äh ... Pelikane
Wer guckt denn da?

Debbie aus Canada freut sich über den Besuch, freitags ist immer Billiardzeit in der Marina-Bar. Der Andrang ist allerdings überschaubar
Pünktlich zum Abend zieht es sich über dem Festland zu, wir werden regelmässig verschont und mit tollsten Wolkengemälden verwöhnt
Das "gesicherte" GPS Gerät
Marina Varadero, die zweite am anderen Ende der Halbinsel - und keine amerikanischen Yachten dank Trump-Politik. Aufgrund der Entspannung unter Obama gebaut, nun eine riesige Fehlinvestition, die langsam verfällt. Oder sollten wir sagen, die vermutlich für 4 Jahre nicht benutzt werden kann?
Ausflugs-Cats für die "erwarteten" Touristen. Die Marina besitzt jede erdenkliche Werkstatt, die sich Yachtbesitzer wünschen, doch die Arbeiter haben sich inzwischen andere Arbeitstätten gesucht. Im Hafen liegen nur wenige Privatschiffe, hauptsächlich aus Canada, die erhalten ein 6-Monatsvisum. Noch gibt es nahe Freunde von Kuba