Dienstag, 27. November 2018

Bahamas erreicht

Eigentlich wollten wir am Sonntag von Palm Beach über den Golfstrom nach West End auf der Insel Grand Bahama Island segeln. Doch als wir am Samstag, den 24.11., nachdem wir ein letztes Mal in der Publix Grocery in West Palm Beach eingekauft hatten, einen tollen Südwestwind mit 15 Knoten erlebten, fiel die Entscheidung: wir machen sofort 'rüber zu den Bahamas. Der Wind frischte auf über 20 Knoten auf und im Nu hatten wir den bösen Golfstrom überquert. Den wir sogar als sanft erlebten. Allerdings waren wir viel zu schnell für die 62 Seemeilen bis zu unserem Ziel. Wir drehten wieder einmal bei und warteten 10 lange schaukelnde Stunden bis zum Sonnenaufgang.
Die Einklarierungsformalitäten sind in West End einfach und entspannt, und direkt vor dem Customs and Immigration Office befindet sich ein langer Anlegesteg. Der Ankerplatz neben der Hafeneinfahrt mit starker Strömung durch die an dieser Stelle hinausschießende Tide ist nicht einladend, pro Fuß Schiffslänge wollte die Marina von uns 1,99 $ haben, für den Preis war uns der Ort dann doch nicht einladend genug. Es liegen ja noch die vielen Highlights der Abacos vor uns. Da am Sonntag auch keine neue BTC-SIM-Karte erhältlich war, entschlossen wir uns somit, den nächsten Ankerplatz hinter der Mangrove Cay in ca. 25 Seemeilen Entfernung anzulaufen.
Gestern sind wir nun in eine geschützte Ankerbucht von Geat Sale Cay (Position rechts in unserem Blog über WINLINK abrufbar) gesegelt. Haben eine Menge Frischwasser machen können und warten den Wind einer Kaltfront ab, die uns heute Morgen um 8:00 auch prompt erreicht hat. Der Wind drehte um 90 Grad auf Nordwest, frischte in der geschützen Buch auf 25 Knoten auf und das Thermometer fiel um einige Grad. Mit nunmehr 26 Grad im Salon gibt es einen Basteltag für Jo und einen Frauentag für Angelika.
Ohne BTC-Simkarte sind wir ohne Internet und allein auf unseren SSB-Funk angewiesen. Leider wurde die Sendeanlage von Chris Parker, dem Wetterguru aus den USA, der jeden Morgen aktuelle Wetternachrichten über diverse Funkfrequenzen für die Karibik mitteilt, von einem Blitz getroffen. Wenn unser per Funk-Airmail empfangener Wetterbericht weiterhin hält, was er voraussagt, können wir morgen mit Rückenwind weiter in den Süden segeln, vielleicht bis Green Turtle Cay im Westen von Abaco, wo es laut Reiseführer recht interessant sein soll. Insgeheim hoffen wir aber auch, dass unser derzeit sehnlichster Wunsch, eine BTC-Simkarte, dort in Erfüllung geht.

VLG Jo und Angelika

Dienstag, 20. November 2018

Wieder in West Palm Beach, Florida

Seit gestern ist es wieder sehr heiß, wir haben 30° C im Salon! Der Süden von Florida, wohin es die älteren wohlhabenderen Menschen in den USA zieht, zumindest für den Winter.
Je näher wir West Palm Beach kommen, desto größer und prächtiger werden die Villen, die die Ufer des ICW säumen. Das kennen wir ja auch schon.

Am frühen Nachmittag fällt unser Anker wieder hinter der Flagler Memorial Bridge vor Downtown West Palm Beach.
Ein Stück hinter der nächsten Brücke, der Royal Park Bridge, hat Mr. President sein Wochenend-Ferien-Anwesen Mar-a-Lago. Rundum, auch auf dem ICW, ist alles gesperrt, denn der Herr will hier den Thanksgiving-Tag feiern.
Dauernd fährt die Coast Guard an uns vorbei - also werden wir hier sehr sicher liegen in den nächsten Tagen! 😏

Heute läuft unser Allround-WWW-Zugang ab, am Samstag brechen wir auf in die Bahamas, es wird ein paar Tage dauern, ehe wir unseren Blog weiter bearbeiten können.


Immer wieder hübsche Aussichten
Kurz vor West Palm Beach, hier ist es eindeutig belebter als weiter im Norden
Die SILVER CLOUD - eine große Schwester unserer MAGIC CLOUD?

Freitag, 16. November 2018

Der frühe Vogel ...

... fängt nicht nur den Wurm, sondern kann auch Zeuge schöner Naturschauspiele werden, selbst bei bedecktem Himmel.
Der Wind aus Nord genügt nicht für's Segeln, also machen wir uns wieder auf in die Flüsse und Kanäle des ICW, des Intracoastal Waterway.

An diesem Morgen ist es sooo kalt, der Nebel steigt auf, eine teilweise gespenstige Fahrt beginnt
Wracks tauchen schemenhaft aus dem Wasserdampfgewabber auf
Hier wird Jo kurzzeitig schwach, das wäre ein schöner Segler
Tonnen, Crabpots, Untiefen, Nebelschwaden erfordern höchste Konzentration am Steuer
Doch der Nebel währt nicht ewig. Die Memorial Highway Bridge in der Nähe von Daytona musste früher für große oder hohe Schiffe geöffnet werden
Offensichtlich gibt es demnächst eine neue, höhere Brücke

Mittwoch, 14. November 2018

St. Augustine, Florida

Wir bleiben ein paar Tage und hoffen auf guten Wind zum Weitersegeln. Der kommt leider nicht, weder für eine Überquerung des Golfstroms noch für die Fahrt nach West Palm Beach. So machen wir uns nach ein paar Tagen dann wieder auf und fahren auf dem Intracoastal Waterway nach Süden.

Früh am Morgen laufen wir in St. Augustine ein und bekommen einen Bojenplatz vor dem Castillo de San Marcos zugewiesen. Der Tag bleibt wolkenverhangen und es regnet auch, worüber wir uns freuen, denn der Regen wäscht das Salzwasser vom Schiff
Juan Ponce de Léon landete als erster Europäer 1513 in Florida, ganz in der Nähe von St. Augustine. Ihm ist dieser Löwe gewidmet, der den Zugang zu ...
... dieser Brücke direkt vor der Marina ziert, die Bridge of Lions. St. Augustine hat eine eigene Facebook Gruppe, ein wirklich lohnenswerter Stop mit jeder Menge Aktivitäten an Land
Die Promenade zwischen Marina und der Brücke
Ein Silberreiher, der gar nicht scheu ist
Und sein Verwandter, der Schmuckreiher, auch nicht scheu
Delphine suchen, wie oft am Abend, ihre Mahlzeit direkt zwischen den an den Bojen hängenden Schiffen, und sorgen für lächelnde Gesichter bei den Menschen

Sonntag, 11. November 2018

72 Stunden auf See

Der Wind bestimmt unsere Weiterfahrt, wir wollen möglichst rasch nach Süden, also brechen wir bei günstigem Nordwind auf und verlassen Beaufort, N.C. Unser Ziel ist St. Augustine in Florida, ca. 400 sm liegen vor uns (für die Landratten: das sind ungefähr 740 km).

Der Wind ist sehr gut, die Wellen groß, eine seitliche Dünung gibt es natürlich auch, schließlich segeln wir ja auf dem Atlantik. Wir werden ordentlich geschaukelt.
Auch ist es wieder frisch geworden, morgens läuft die Heizung, nachts bei der Wache ziehen wir an, was anzuziehen ist bei der Kälte (10 Grad im Salon).
Wir kommen mit 7-8-9 kn so schnell voran, dass wir am Ende einbremsen müssen, um nicht in der Nacht anzukommen. Denn die Einfahrt von St. Augustine ist lang, verändert sich durch Versandung immer wieder, und die Fahrwasserbetonnung ist nicht beleuchtet. So kommen wir also dazu, ein bisschen zu üben, wie es sich anfühlt, wenn wir beidrehen, oder wie schnell wir sind, wenn wir uns ohne Segel in Kursrichtung treiben lassen. Der Wind beschert uns Fahrt von immer noch 3-4, manchmal 5 Knoten ohne jegliche Segel!

Grau in Grau - und nachts ist es stockdunkel, denn es ist Neumond und die Wolken verdecken meist die Sterne 
Für Abwechslung und Freude sorgt immer wieder die Begleitung von Delphinen, die wir leider nur vom Cockpit oder aus dem Salon beobachten können. Die schnelle Geschwindigkeit der MAGIC CLOUD scheint sie zu besonders sportlichen Aktivitäten anzuspornen


Dienstag, 6. November 2018

Auf dem South River bis Beaufort, North Carolina

Nach der Wilkersen Highway Bridge wird die Landschaft etwas eintöniger, es gibt keine so vielfältige Natur mehr wie bisher. Statt dessen fallen uns immer wieder die Wohnanlagen an den Ufern auf.

Palmen in North Carolina - das haben wir bisher noch nicht gesehen!
Hier ist es ja schon fast etwas eng bebaut ...
... aber schön
Etwas weiter, auf der gegenüberliegenden Seite wohnt eine andere Klientel ...
Achtung, Saugbagger von vorne
Alles gut gegangen, da zieht er hin

Sonntag, 4. November 2018

Wir ziehen weiter!

Der Dismal Swamp führt, wie früher erwähnt, bis Elizabeth City, ein Eldorado für Segler und Motorbootfahrer auf dem Weg in den Süden oder zurück nach Norden, so steht es in jedem Führer: Begrüßungsrose für die Damen und Grillparty auf einer Brücke mit kostenlosen Getränken für alle.
Offensichtlich ist die Saison aber vorbei, uns begrüßt niemand. Der Ort spricht uns nicht an und viele Geschäfte und Lokale sind für den Winter schon geschlossen worden.
Immerhin finden wir ein sehr gutes Lokal, wo wir köstlich essen, der Cypruss Creek Grill. Wirklich empfehlenswert!

Ein letztes Bild vom Dismal Swamp Canal
Ein halber Tag in Elizabeth City, North Carolina, genügt uns, im Morgengrauen legen wir ab

Inzwischen im Alligator River, die SNOWCAT II immer noch in unserer Nähe, dahinter die BALI
Und immer wieder mal, wie an die Ufer getupft, große Villen mit Seeblick und Bootsanleger - der auch mal für eine klene Auszeit auf dem Wasser genutzt zu werden scheint
Der Fluss ist mal eng, mal weit, oder führt durch eine Bucht, in der sogar gesegelt werden kann. Die Segelschiffe sind den Motorbootfahrern in der Regel zu langsam, dann donnern sie heran, um zu überholen
Ein Schubverband - alle Schiffe müssen nach außerhalb des Fahrwassers ausweichen, um ihn vorbeifahren zu lassen
Hundeausbildung fürs Apportieren aus dem Wasser. Hier scheint noch immer Entenjagd ein großes Thema zu sein - Angelika erinnert sich an James Micheners Beschreibungen derselben im Roman "Chesapeake"
Die Wilkerson Highway Bridge mit nur (!) 64 Fuß Durchfahrthöhe. Für Segelboote entscheidet sich die Frage, ob sie auf dem ICW fahren können oder ob sie an der Küste entlang segeln können, immer an der Höhe des Mastes. Die Durchfahrthöhe der festen ICW-Brücken beträgt immer 65 Fuß, bis auf diese hier, die am Ende des Alligator River-Pungo River-Canals steht. Unser Mast ist 63,5 Fuß hoch, ebenso wie der der SNOWCAT II und der des Einrümpfers GRAY GHOST vorn vor der Brücke, die BALI ist 63 Fuß hoch. Alle sind gespannt: passt es oder passt es nicht? Die SNOWCAT II und wir warten ab
Juhu! Die GRAY GHOST hat es geschafft, die BALI ebenfalls und mit reichlich Freiraum. SNOWCAT II und wir nehmen Fahrt auf. Jo: If you can make it here, you make it anywhere - it's up to you, go  I-C-W! (Frei nach Frank Sinatras "New York, New York)

Donnerstag, 1. November 2018

Der Dismal Swamp State Park

Der Kanal ist recht schmal, die Anlegestellen unterwegs sind für uns und unsere MAGIC CLOUD leider nicht geeignet, so fahren wir bis zum Dismal Swamp Visitors' Center, das nicht nur den Eingang zum Dismal Swamp State Park darstellt, sondern leider auch eine Raststelle auf dem US Highway 17 ... Immerhin ist sie schön angelegt mit sehr nettem Personal.

Natürlich wollen wir unsere Seglerbeine im Park vertreten, dass es am Ende 17 km werden würden, hätten wir vorher nicht gedacht. Wir haben uns einfach mit der Länge der ausgesuchten Wanderwege verschätzt ... 

Blick zurück auf den Anleger. Die MAGIC CLOUD liegt hinter der SNOWCAT II
Hier ist der Indian Summer noch nicht eingezogen, ...
... obwohl wir zahlreiche gelbe und rote Ahornblätter auf dem Boden finden. Und eine große tote Spinne. Stillleben made by Jo
Im Park soll man viele Tiere sehen können: Schwarzbären, Füchse, Otter, Wiesel, Hirsche und Rehe, zahlreiche Vogelarten und Schlangen. Doch dazu muss mensch 1. früher aufstehen und 2. noch viel weiter nach Westen in den Park hinein. In der Ferne sehen wir immerhin zwei Rehe, die Aufnahme ist mit dem Teleobjektiv gemacht
Eine private Schnapsbrennerei im Swamp ...
... die nur nachts betrieben wurde und dem Whiskey/Schnaps den Namen verlieh: Moonshine
In natura haben wir nur eine Bärenfährte gesehen, diese ausgestopften Schwarzbären konnten wir dann im State Park Visitors' Center bewundern, die Tiere sollen auf natürliche Weise gestorben sein
Und hier all die anderen Tiere, die wir auch nicht gesehen haben und im Visitors' Center ausgestellt sind


Mittwoch, 31. Oktober 2018

Im Dismal Swamp Canal

1728 von einem Colonel William Byrd  untersucht, bekam diese sumpfartige Landschaft ihren Namen, der Dismal Swamp. 1763 bereiste George Washington den Dismal Swamp und regte an, einen Kanal zu bauen, um Norfolk, Virginia, und Elizabeth City, North Carolina, zu verbinden und Handelsgüter schneller hin und her transportieren zu können. Somit war die Idee für den ältesten Kanal der USA geboren, den Dismal Swamp Canal, der nach 12jähriger Bauzeit 1805 eröffnet wurde. Leider konnte er die Erwartungen an den Handelsgütertransport nicht erfüllen, da er sehr flach und damit nur für sehr flache Boote oder Flöße geeignet war, so dass seine wirtschaftliche Bedeutung rasch nachließ.
Das Graben des Kanals war Handarbeit und wurde von Sklaven ausgeführt, die deshalb den Dismal Swamp sehr genau kennenlernten. Später wurde er dann ein sicheres Refugium für geflohene Sklaven.
Landschaftlich ist es hier wunderschön, wir waren begeistert!
Was uns anfangs nicht erfreute, war das dunkelbraune Wasser des Kanals. Diese Farbe entsteht durch die Gerbsäure der rundum wachsenden Zypressen, Wacholder- und Eukalyptusbäume und sorgt dafür, dass das Wasser bakterienfrei ist. Die Seeleute früherer Jahrhunderte nahmen dieses Wasser gern als Trinkwasser mit, da es auf wochenlanger Fahrt nicht verdarb, und man sagt ihm sogar Heilkräfte nach.
Wir haben es allerdings nicht gewagt, es zu trinken. 😉

Am Free Dock der Deep Creek Schleuse - ein wunderschöner ruhiger Platz zum Verweilen
Unterwegs
Der Indian Summer setzt ein - 14 Tage später als üblich

Die Deep Creek Brücke wird ebenfalls von Robert bedient und öffnet sich für uns und 6 weitere Schiffe, nachdem diese die Schleuse eine halbe Stunde zuvor verlassen haben
Märchenhafte Natur, schade dass unsere Motoren laufen müssen und Krach machen