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Dienstag, 30. Januar 2018

Tour über die Insel und zu den Kalinagos

Aus uns unbekannten Gründen hat Marocco als Freund von Dominica beschlossen, eine Hotelanlage an der Prince Rupert Bay zu bauen
Der Rohbau war fertig, das Dach gedeckt, der Spruch vom Richtfest noch nicht ganz verklungen, als MARIA sich mit der Bauqualität auseinandersetzte
Nun steht der Keller voll Wasser, das Dach liegt zerknüllt am Strand, und ein junger Maroccaner schaut verwirrt aus dem Rohbau. Wir fragen auf Englisch, ob er das Gebäude bewachen würde. Je ne compris anglais, s'il vous plait parler francais?, oder so ähnlich schallt es zurück
Wir wandern zwischen den Regenschauern weiter. Vom Hügel mit dem (renovierten) englischen Fort ergibt sich eine wunderschöne Sicht über die Bucht
Mit EDISON Tours und Guide Paul geht es auf eine halbtägige Minibusreise in das Kalinago Reservat. Die Kalinago auf Dominica sind eine der wenigen überlenden karibischen Ureinwohner, die z.T. auch "Kariben" genannt werden. Sie leben hier auf Land, das ihnen gehört und das sie selbst verwalten. Es geht vorbei an den gerupften Palmenwäldern.
Im Mai 2017 erstrahlte Dominica im grünen Pelz ...
... und so sieht es heute, 4 Monate nach MARIA, aus
An die Ostküste prallte die volle Kraft des Hurrikans, das hat so manches Haus einfach weggeblasen
Dies ist ein typisches Haus der Kalinagos. Wir haben leider vergessen zu fragen, ob es MARIA überstanden hat, oder ob es schon wieder aufgebaut worden ist. Die Kalinago, ehemals aus Südamerika und Nordamerika eingewanderte Urstämme, wurden nach erbitterten Kämpfen mit den europäischen Eroberern nahezu ausgerottet. Anfang des 20. Jh. erhielten sie dann hier auf der Insel eigenes Land
Auch in ihrem Freilichtmuseum gibt es erhebliche Schäden
Die Kirche der Kalinagos ist unversehrt, obwohl an der Ostküste gelegen. die Konstruktion und Ausführung vor allem des tief nach unten gezogenen Daches überzeugen
Darstellung der Geschichte der Kalinagos in einem Bild in der Kirche
Wir machen die Bekanntschaft mit einem ehemaligen Führer der Kalinago-Gemeinde (Mitte). Er stellt Kalabasch-Gefäße mit traditionellen oder auch anderen Motiven her. Wir geraten in Kauflaune und werden fündig. Kalabsch sind Baumfrüchte, es gibt sie rund ode tropfenförmig und in den verschiedensten Größen, Man kann die Frucht nicht essen, aber aus ihrer Schale Behältnisse, Schmuck oder Besteck herstellen, die dann meist kunstvoll graviert werden

Montag, 29. Januar 2018

Dominica und der Indian River, 4 Monate nach Wirbelsturm MARIA

Wie von einem riesigen Staubsauger ist Dominica abgesaugt worden und sieht aus wie "ein gerupftes Huhn". Dank des Regens wächst aber überall bereits wieder das Grün, Bäume haben erste Blätter, Gras, Nutzpflanzen und Blumen bahnen sich ihren Weg an die Luft. Doch bis wieder flächendeckende Blätterdächer gebildet sind oder die verbliebenen Palmen wieder stattliche Wedel tragen, wird es noch 3-4 Jahre dauern
Sturmschäden sind meist abgedeckte Dächer oder Holzhütten, die vollständig vernichtet wurden. Steinhäuser mit einer Betonplatte als Dach sind meist unversehrt

Die oberirdisch verlegte Elektrizität ist in Portsmouth zu 60% wieder hergestellt. Telefon funktioniert, doch Internet ist nur sporadisch vorhanden
Wir unternehmen eine Tour in den Indian River
So sah es dort im Mai 2017 aus ...
... und so heute, im Janaur 2018, nach MARIA

Mai 2017

Januar 2018. Die PAYS-Leute (PAYS=Portsmouth Association for Yachting Services and Security) haben, als die Menschen auf der Insel wieder versorgt waren, zuerst den Indian River, ein Naturschutzgebiet, befahrbar gemacht. Wie fast alle Straßen war er mehr oder weniger verschüttet
Der Hurrikan fegte mit der Stärke 5 (bis 280 km/H) von 21:00 bis 04:00 morgens über die Insel. Diese Nachtsause war ein Glück, denn so waren die Menschen in ihrem Zuhause und wurden nicht auf entfernten Arbeitsorten oder unterwegs auf den Straßen überrascht

Mai 2017, vor MARIA

Januar 2018
Auch die Bush Bar ist wieder aufgebaut, wobei der mächtige Tresen den Hurrikan ohne Macken überlebt hat. Ebenso die nette immer lustige Barfrau

Die liebe nette Barfrau und Jerome von PAYS, unser Führer, mit den Crews der MOJITO und der MAGIC CLOUD. Der "Dynamite"-Rumcocktail ist immer noch so lecker wie 2017!
Die Tiere kehren zurück


Am Sonntag Abend veranstaltet PAYS das erste Barbeque seit Maria, und wir sind dabei! Was für ein tolles Ereignis. Mehr als 50 Seglerinnen und Segler erfreuen sich am All-You-Can-Eat Event

Rumpunsch satt
Mehr als 30 Yachten liegen Ende Januar bereits wieder in der Prince Rupert Bay.
Wir sind froh, dass wir die Fahrt hierher gewagt haben: froh, weil den Menschen, die wir im Mai kennen gelernt hatten,  nichts passiert ist; froh, weil wir wieder die besondere Freundlichkeit und Offenheit der Menschen auf Dominika erleben durften; froh, dass die Insel sich langsam wieder erholt und nicht mehr wie bei uns im Winter braun, sondern wieder grün ist. Wir sind beeindruckt davon, was alles schon wieder repariert und in Ordnung gebracht wurde, es ist zwar noch immer viel zu tun, und in den entfernteren Orten gibt es z.B. noch immer keinen Strom, aber ... die Menschen lassen sich nicht unterkriegen, sie sind nicht niedergeschlagen und jammern nicht, nein, sie sagen "Wir schaffen das!" - und dabei vergessen sie nicht, das Leben zu genießen! Diese Einstellung hat auch wunderbar der "Maria Calypso" zum Ausdruck gebracht, ein Lied auf Dominica und seine Menschen nach "dem bösen Mädchen Maria", das während des Barbeques gespielt wurde und bei dem die Einheimischen alle inbrünstig mitsangen. Das war ein besonders Erlebnis!

Donnerstag, 4. Mai 2017

Dominica, Northern Treasure Tour

Ganz Dominica, das Nature Island, wie die Einheimischen es stolz nennen, scheint von Regenwäldern überzogen zu sein, dabei sind es oft Farmen oder Plantagen, Bananen, Kaffee, Kakao, Kokospalmen, Mangos, Papaya, Paranüsse ... Die meisten sind in Privatbesitz, und es gibt sieben staatliche Farmen. Zudem gibt es hier natürlich auch Unmengen von Blütenpflanzen und von Zitronengras, das wie Unkraut überall am Straßenrand wächst. Auf Dominica haben wir erfahren, dass die grünen Blätter des Hibiskus, zerdrückt und nass gemacht, eine natürliche Seife sind!
Von den karibischen Inseln hat Dominica die meisten Berge, obwohl sie eher klein ist mit 46x25 km
Die Royal Palms wurden von den Briten nach Dominica gebracht
Die Bambussträucher - oder sollten wir lieber Bambusbaumsträucher sagen? - erstaunen uns immer wieder mit ihrer Riesengröße. Das Bambusholz wird für Möbel, Hausbau und  im Straßenbau für die Befestigung der Straßen verwendet
Bunt bunt bunt sind alle meine Häuser
Wohin man schaut, die Pflanzenwelt ist üppig, und immer wieder blitzt das Meer durch

Einer der 365 Flüsse Dominicas. Wassermangel besteht hier nicht!
Grün, grün, grün, und ganz ganz hinten, der Strand vor dem Meer, der leider nicht zu sehen ist, war auch Schauplatz einer Szene im "Fluch der Karibik"


Endlich sehen wir, wie die Ananas wachsen
Unser Guide Winston - fröhlich, lustig, kennt mindestens die Hälfte der Inselbewohner und weiß alles über die Insel
Hier in diesem grünen Haus wohnt er. Am Ende der Tour haben wir auch seine Dorfkirche, seine alte Grundschule, das Haus seiner Mutter und das seiner Schwester gesehen

Hmmm - fein säuberlich abgestellt zwecks Entsorgung oder vergessen, oder ...?
Chaudiere Pool - 10 m tief
Jo wagt den Sprung!
Karibiktraum
Unser Ausblick beim Mittagessen in Calibishie - Dominica ist wirklich wunderschön
Was ist das? Richtig, eine Kakaofrucht!
Und hier wird daraus feinste Schokolade gemacht
Warten auf die Verarbeitung
Und so sehen die Kakaofrüchte von innen aus. Die Bohnen schmecken angenehm säuerlich. Sie werden 7 Tage lang fermentiert, anschließend zerkleinert, die Schalen ausgesiebt, dann wird der Kakao/die Schokolade erhitzt, Flüssigkeit hinzu gefügt und gerührt und gerührt und gerührt. Zuletzt werden allerhand spezielle Gewürze eingemischt, und nach dem Erkalten in den Formen können am Ende ...
... fertige Tafeln leckerster Schokoladensorten erstanden werden

Mangobäume
Und das ist eine Paranuss-Frucht. Die Nuss sitzt ganz unten und ist der kleinste Bestandteil
COBRA Tours schildert in bunten Farben einen Spaziergang über den Mars bzw. eine Mars-Landschaft
Und da sind wir, zahlen wieder 2 USD pro Nase und laufen über ... ja, genau wissen wir es nicht, der Fels ist recht weich und staubig
Zwischen Regengüssen apokalyptischen Ausmaßes folgen wir unserem Guide Danny, der eher einem Guru ähnelt, sehr entspannt ist und sehr leise spricht, aber vermutlich nur ein kommerzialisierter Rastaman ist. Für seine Haarpracht hat er 17 Jahre gebraucht, er wäscht sie täglich!

Einfach hübsch
Noch ein Traumstrand
Felsen im Meer und Wellen - ein unwiderstehliches Fotomotiv!

Am Ende der Tour eine besondere Schwefelquelle: Jo testet mutig, ob sie wirklich kalt ist