Posts mit dem Label Iles du Salut werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Iles du Salut werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 17. September 2017

Ile Saint Joseph

Wir erkunden die Insel mit der schrecklichsten Geschichte, hier wurden die Gefangenen in Einzel- und Dunkelhaft gehalten. Außerdem wurden hier die Toten unter den Wärtern und anderem Personal begraben, die toten Häftlinge wurden dem Meer und den Haien übergeben
Alles ist zerfallen und von der Natur überwuchert, wir treffen auf viele "Straßen" von Blattschneide-Ameisen
Sehr bedrückend sind diese Zellengänge und auch die Zellen selbst ...
... kleinste Verliese für die Totgeweihten
Bei Dunkelhaft wurden diese Gitter abgedeckt, ansonten patroullierten die Wärter über den Zellen mit vollem Blick auf die Insaßen
Eine Gemeinschaftunterkunft, an den Wänden sind noch die Reste der Schlaflager zu erkennen
Der Friedhof am anderen Ende der Insel, es müssen ungefähr 500 Gräber sein
Heute hat das 3. Regiment der Fremdenlegion hier eine Station - die Verhältnisse in den Unterkünften scheinen kaum besser zu sein als in den ehemaligen Gefängnisräumen

Samstag, 16. September 2017

Tiere der Ile Royale

Nanu, wer schaut denn da aus dem Gras? Für einen Hasen sind die Ohren zu klein, überhaupt ist das Tier eher klein
Ob die mit den bekannten Meerschweinchen verwandt sind?
Ja, sind sie! Diese possierlichen, scheuen Tiere heißen Agutis und sind kleine Nager
Von den vielen Vögeln, die wir hier hören, sehen wir nur wenige, und nur dieser eine ließ sich gut fotografieren
Eine besondere Freude für alle Inselbesucher - und natürlich Angelika - sind die Schwarzen Kapuzineräffchen, die in mehreren Gruppen auf der Insel leben. Sie sind sehr zutraulich und lassen sich gern füttern. Kapuzineraffen gehören zu den intelligenten Affen!
Der Chef
Sehr scheu, die Mama mit ihrem Kind
Bei Erdnüssen kann selbst der Chef nicht "Nein" sagen und frisst Johannes doch fast aus der Hand
Und wird bald unersättlich ...
Wie süß, diese zwei teilen! Vielleicht auch eine Mama mit einem schon größeren Kind?
Auch dieser kleine Kerl ist ganz mutig und ...
... will dann gar nicht mehr los lassen
Bitte, bitte!
Noch eine Mama mit Kind, die Mama ein Schwarzer Haubenkapuziner, auch sie wagten sich nicht auf den Weg - aber eine nachgetragene Nuss hat Mama gern genommen! Und das Kleine ist doch total niedlich, dieser Blick ...

Freitag, 15. September 2017

Ein Kinderfriedhof auf der Ile Royale


Wir sind erstaunt, dass es hier einen eigenen Kinderfriedhof gibt, auf dem sich ca. 30 Gräber befinden
Denise, 1905 geboren und nur 4 Monate alt geworden
Jean, mit 9 Monaten im Januar 1915 gestorben
Gabrielle, mit 9 Monaten im März 1907 gestorben
Dieses Grab gibt Rätsel auf, denn hier wurde eine erwachsene Frau zur Ruhe gebettet. Elise, 1905 geboren, 1938 verstorben - war sie ein Kind dieser Insel? Ist sie womöglich nie von hier fort gekommen? Vermutlich müssten wir alte Kirchenbücher wälzen, um mehr zu erfahren, in den Informationsräumen ist der Kinderfriedhof nicht einmal erwähnt

Donnerstag, 14. September 2017

Die Ile Royale der Iles du Salut vor Kourou

Nach ziemlich genau 24 Stunden sind wir an unserem Ziel angekommen und werfen den Anker vor den Iles du Salut, genau gesagt vor der Ile Royale, die mit 0,28 Quadratkilometern die größte dieser drei Inseln ist. 13 km vor Kourou gelegen sind sie heute ein idyllischer Flecken Erde im Meer. Es weht ein angenehm frischer Wind, die Temperaturen sind niedriger als auf dem Festland, auch das Wasser ist kühler als in den Flüssen und als rund um Tobago. Wir fühlen uns wohl hier
Die MAGIC CLOUD an ihrem Ankerplatz. Palmen wachsen bis ans Wasser hinunter, das Ufer hier auf der südlichen Seite der Insel ist felsig, die Iles du Salut sind Vulkaninseln. Der Ankerplatz ist mal schwellig mal ruhig, wir finden es o.k., haben ja aber auch eine Zweirümpfer ...
Ein Rundweg führt 2,6 km um die Insel herum. Auf dem Hügel, zu dem mehrere Pfade hinauf führen, befinden sich das ehemalige Gefangenenlager, zwei Informationshäuser, ein recht großes Hotel, eine Kirche, das Inselpostamt, ein Hubschrauberlandeplatz und der Leuchtturm. Von hier hat man diesen malerischen Ausblick zur Ile du Diable (Teufelsinsel)
Plan der Inseln zur Zeit ihrer wenig ruhmreichen Vergangenheit als Gefangenenlager 1852-1953. Auf der Ile Royale lebten die meisten Häftlinge, hier gab es auch ein Hospital. Üblich war die Unterbringung in kasernenartig angelegten Häusern, diese Häuser existieren heute noch, sind restauriert worden und werden als Jugend- oder Studienlager genutzt
Natürlich gab es wie in St. Laurent auch hier ein Gefängnis im Gefängnis, hier eins der beiden sehr großen Gebäude mit zahlreichen Einzelzellen ...
... 2x3 m groß, mit wenig Licht
Der Leuchtturm der Inselgruppe, man sieht in tatsächlich von weiter Entfernung! Daneben das ehemalige Hospital
Die Gefangen mussten natürlich arbeiten und haben zahlreiche Wege angelegt. Auch die Nationalstraße N1 wurde von den Gefangenen in Guyana gebaut. In 20 Jahren wurden 24 km gebaut, womit einiges über die damaligen Zustände aber eben auch über die Konstitution der armen Gefangenen gesagt ist
Wieder ein Blick auf die Ile du Diable. Hier waren die politischen Gefangenen untergebracht, sie wurden bewacht, ansonsten führten sie hier ein sich selbst überlassenes Leben. Ein Entkommen gab es nicht, auch wenn Henri Charrière dies in seinem Roman Papillon so dargestellt hat, denn die Ile du Diable wurde nicht von Schiffen angelaufen. Die einzige Verbindung in die Außenwelt war eine Seilbahn zur Ile Royale. Als Alfred Dreyfus, der 1895 unschuldig als Spion zu Isolationshaft auf der Insel verurteilt worden war, hierher gebracht wurde, wurden alle Gefangenen-Häuschen bis auf eines abgebrannt
Natur pur, eine kleine einsame Insel, wir haben Robinson-Crusoe-Gefühle
Traumhaft: Palmen, schwarze Steine und Felsen am Strand, Brandung, der Ausblick - ein Ort, um die Seele baumeln zu lassen
Jo lässt sich treiben und vertreibt die trüben Erinnerungen an die düstere Vergangenheit - wir hatten gar nicht damit gerechnet, dass man hier baden darf, aber es gibt gleich zwei geschützte Badestellen! Es ist vielleicht doch nicht so verwunderlich, dass es hier dieses relativ große Hotel gibt?