Donnerstag, 2. Mai 2019

Weg sind wir, next Stop Bermudas

Unser Mitsegler Georg ist angekommen, wir erledigen den Großeinkauf für die Fahrt bis zu den Azoren - die Bermudas sollen dreimal so teuer sein wie die Bahamas - und anschließend haben wir uns schon einmal ein paar wenige Seemeilen Richtung Ost in eine Bucht von Man-O-War Cay verlegt.

Der Morgen beschert uns ein heftiges Unwetter, die Winddaten sind auch nicht ideal, gemeinsam mit Peter und Aideen von der PETIMA überlegen wir per Funk, ob wir noch heute starten sollen oder erst morgen. Und vielleicht gleich durchfahren bis zu den Azoren?
Als das Unwetter durch ist, entscheiden wir, es anders zu machen als PETIMA, wir starten noch heute und entscheiden unterwegs, ob wir die Bermudas anlaufen oder nicht.

Von jetzt an gibt es nur Textmeldungen auf dem Blog via SSB und Pactor, die wir ggf. später mit Fotos ergänzen werden.

Dort naht es, das Unwetter. Der Katamaran links vor uns geht später noch auf Drift und wir holen schon fast die Fender heraus, denn dort ist niemand an Bord. Doch der Skipper kommt rechtzeitig per Dinghi angedüst
In der Bildmitte das Schiff PETIMA

Mittwoch, 1. Mai 2019

Wo entlang und wie genau geht es zu den Bermudas?

Noch haben wir Internet, auch wenn es im entscheidenden Moment schon mal plötzlich ausfällt und wir keinen Wetterbericht mehr empfangen. Doch meist ist der Empfang stabil und wir haben wieder die Möglichkeit, gefühlt zigmal am Tag nach der Entwicklung der Winde zu schauen.
Das Wetter hier ist im Frühjahr von schwächer werdenden Kaltfronten aus dem Norden der USA geprägt. Diese sorgen regelmäßig dafür, dass der beständige Ostpassat gestört ist und es einen Winddreher über Südost, Süd, Südwest bis zurück auf Nordost gibt. Der Wind aus Nordwest ist dann der Stärkste.
Die Taktik für den Start in die Bermudas ist, einen solchen Winddreher zu erwischen und mit Südost zu starten. Bisher waren die Umläufe aber viel zu kurz und der Nordost bedeutet dann Wind genau von vorn. Die 730 Seemeilen direkter Kurs sind damit nicht zu bewerkstelligen, es bedeutet am Ende der Tour ein mühsames Kreuzen, bis der nächste Südost einsetzt. Doch je später im Mai, desto länger die Perioden südlicher Winde.
Wie andere wollen auch wir das derzeitige Hoch nutzen, das mehr als 3 Tage südliche Wind verspricht; warten wir einmal ab, ob es hält, was es verspricht. Der Gegenwind kommt in jedem Fall, die Frage ist nur, wann. Was die Kaltfronten so ägerlich macht, sind die damit einherziehenden Gewitter und heftigen Regenfälle. Auch wenn die Blitze überwiegend zwischen den Wolken stattfinden, ist das kein wirkliches Segelwetter. Unser Hoch scheint uns aber gut gesonnen. Wir verwenden windy.com mit den Modellen ECMWF und GFS, passageweather.com, windguru.cz, und NOAA: https://www.wpc.ncep.noaa.gov/national_forecast/natfcst.php

Gerade haben wir unsere Abfahrt für den Donnerstag geplant, da meldet NOAA heute eine Störung, die sich durchaus zu einem Sturm entwickeln kann. Die Chancen sind gering, doch wir müssen dies aufmerksam beobachten
Die 730 Seemeilen direkter Kurs, es werden wohl etwas mehr werden
Das Hoch kreist um die Bermudas (Hamilton), Aussicht für Freitag