Donnerstag, 13. Juni 2019

Praia da Vitória, Terceira

Für die kleine Marina von Praia da Vitória sind wir etwas zu groß und zu schwer. Die besten Plätze sind bereits von Katamaranen belegt, wir fühlen uns wie Obelix. Somit ist Ankern vor der Marina angesagt. Kostenlos können alle Annehmlichkeiten der Marina genutzt werden. Die Bucht ist ausreichend groß und bietet die Möglichkeit, bei Südwind in einen geschützteren Bereich zu wechseln. Praia selbst ist eine kleine Stadt mit einer Hauptstraße, zwei Supermärkten, einer kleinen Promenade, zwei bewachten Badestränden und ... nun wird es knapp mit erzählenswerten Attraktionen.


Beschaulich scheint es hier zu sein - Angelika fühlt sich erinnert an Neuenkirchen oder Mesum - im azoreanisch-portugiesischen Stil natürlich
Bunte Kirchen sehen wir auch, eine vorherrschende Farbe ist dabei Blau

Auch hier Straßenpflasterung mit Ornamenten
Eine besonders hübsche Heilig-Geist-Kapelle, Imperio genannt. Es gibt sie in jedem Dorf, mehrfach in jeder Stadt, und im Herbst werden dem Heiligen Geist, dem Espirito Santo zu Ehren, Dankesfeste gefeiert. Diese gehen zurück auf den mittelalterlichen Brauch von Adeligen und Gutsbesitzern, einmal im Jahr Kranke und Arme zu speisen
Hier ankern nur zwei Schiffe vor der Marina - eine Woche später sind es schon zehn!

Montag, 10. Juni 2019

Ausflug nach Furnas

Wieder sind wir mit dem Linienbus unterwegs, die Fahrt geht diesmal in den Osten und dauert eineinhalb Stunden und ist für uns gleich der zweite Teil einer Inselrundfahrt.

Im Zielgebiet fahren wir nicht erst bis in den Ort Furnas, sondern steigen vorher an einer Ecke des Lagoa das Furnas aus und tauchen gleich ein in ein wunderschönes "Naherholungsgebiet". Auf dem ganzen Weg umgibt uns wunderbare Luft und ein Konzert von Tschilpen, Zwitschern, Gesängen, dass es eine wahre Freude ist. Und ab und zu quaken ein paar Frösche dazwischen.

Ein naturkundliches Zentrum lädt ein,  mehr über den See und seine gesamte Natur kennen zu lernen, und das dazugehörige Café zu Kaffe und Kuchen in beschaulicher Stille.

Von den Fumarolen führt uns der Weg erst über die Straße, dann durch ein schmales Tal in den Ort Furnas. Der Ort selbst ist nicht unbedingt sehenswert, doch gibt es hier auch einen botanischen Garten, den Parque Terra Nostra, in dem schwefelhaltige Quellen sprudeln, in denen gebadet werden darf.

Unser Bus zurück nach Ponta Delgada hat knapp eine halbe Stunde Verspätung, und in einem der Orte unterwegs müssen wir dann warten, weil auf der Straße eine Prozession stattfindet. Ab Mitte Juni wird auf den Azoren überbordend São João, der Heilige Johannes gefeiert, da ist eine Prozession noch das Wenigste ... Wir kommen eine gute Stunde zu spät am Zielort an - aber so ist das eben, das gehört dazu.

Die Wanderung um den See macht richtig Spaß. Immer wieder märchenhafte Blicke durch den üppigen Baumbestand auf das gegenüberliegende Ufer

Nanu, was macht Gandalf aus Mittelerde hier?
Herr Sumsemann aus "Peterchens Mondfahrt"! -  Aus Baumstümpfen werden Kunstwerke ...
Noch so ein cooler Typ: "Hi, ich grüße Euch!"

Und hier dampft die Erde! Die heißen vulkanischen Gase werden von den umliegenden Restaurants zum Garen von Speisen verwendet

Reisegesellschaften lassen sich mit dem für sie bereits in einen Erdloch gegarten traditionellen Fleischeintopf fotografieren