Donnerstag, 16. Februar 2017

Tag 3


Pünktlich zum Abendessen frischt der Wind auf und wir legen ein erstes Reff in das Großsegel. Die Fock ist nicht gesetzt, da diese vor dem Wind meist vom Groß abgedeckt wird und immer wieder einfällt. Die Nacht hindurch laufen wir im ersten Reff und erreichen am Donnerstag 12:00 h ein Etmal von 161 Seemeilen (295 km). Der morgendliche Versuch, doch etwas Fock zu setzen, wird nach einer Patenthalse unter Handsteuerung abgebrochen. So schaukeln wir nur mit reduziertem Groß weiter.

Unsere Wetterfrösche Erwin und Intermar empfehlen, Weg nach Süden zu machen, da im Norden weniger Wind und Störungen drohen. Der Tag ist sonnig mit den typischen Passatwolken und unser Solar lädt mit bis zu 30 Ampere, wir sind zufrieden. Angelika wünscht sich weniger Welle, bzw. weniger Schaukelei, doch bei bis zu 20 Knoten (38 km/h) Wind und seitlicher Welle wird dies ein Wunsch bleiben.

Nachts wurde wieder ein Fischer gesehen und am Tag dann ein entfernter Frachter. Neben 3 fliegenden Fischen an Deck gab es keine weitere Abwechselung - zunächst. Doch um 14:00 h entdeckt Sven eine Golddorade an einer unseren beiden Angeln! Die Anlandung gelingt und anschließend werden die frischen Filets sofort gegrillt. Allen schmeckt es hervorragend, dies war denr frischeste Fisch, den wir alle bisher je gegessen haben.
Und dann geht es Schlag auf Schlag, wobei sich zwei Fische wieder abreißen können, der eine sogar den Köder mitnimmt, aber der dritte hat keine Chance und die morgige Hauptmahlzeit ist gerettet!

Die wichtigen Dinge passieren in unseren Köpfen. Nach und nach gewöhnen wir uns an die Schiffbewegungen und vor allem an die Geräusche. Unsere Mitsegler sind noch ängstlich, da sie diese nicht kennen. Ständig knarren und quietschen die Einbauten und Schoten und vermitteln das Gefühl eines sehr elastischen Schiffes. Da es aber schon immer gequiescht hat, besteht kein Grund zur Beunruhigung. Außerdem sind die Bedingungen derzeit eher als normal bis harmlos zu bezeichnen [da spricht der passionierte Segler, Anm. Angelika], es kann ja immer noch stärker wehen.

So schieben wir uns mit durchschnittlich 6,5 Knoten (12 km/h) Barbados entgegen.

Viele liebe Grüße von
Jo, Angelika, Sven und Olaf
-----
At 16.02.2017 10:24 (utc) our position was 15°50.28'N 032°05.19'W


Sonnenaufgang
Delfine am Bug - leider schaukelt die Magic Cloud so sehr, dass wir ohne Schwimmweste und Sicherungsleine nicht draußen zusehen dürfen
Wellen-Monser von hinten